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Grandma's Boys

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by K. Birker
Echo 3 · Konzert vom Kulturverein Lengede (18.03.1994) Übersicht Echo 5 · Konzert im Hoffmann-Museum 2 (31.10.1995)
ECHO 4 - KONZERT IM HOFFMANN-MUSEUM WOLFSBURGER NACHRICHTEN vom 31.10.1995

Charleston-Medley der 20er Jahre

Finassage im Hoffmann-Museum mit den Grandma's Boys

Museumspädagogin Dr. Bettina Greffrath hatte dem Publikum einen heiteren Abend mit den Grandma's Boys gewünscht, und die sechs Musiker aus Braunschweig begeisterten mit ihrem spritzigen Konzert zum Abschluß der Ausstellung über die 20erJahre in Fallersleben das Publikum.

Sie boten swingende Melodien eben dieser Zeit, ganz in der amerikanischen Tradition des Barbershop-Singens, des Musizierens in den Frieseurläden. Mit anglo-amerikanischen Stücken eröffneten die Boys den nostalgischen Abend, sodann folgten deutsche "Hits" der 20er Jahre.

Die "Jungs" aus Braunschweig, fünf Sänger und ein Pianist, machen die Musik, weil sie Spaß daran haben, und das ließen sie ihr Publikum spüren: Gesang, Kleidung, Gestik und Mimik - da stimmte einfach alles. Mit frech-witzigen Ankündigungen amüsierten die fein herausgeputzen Großmuttersöhnchen die Zuschauer im vollbesetzten Keller des Hoffmann-museums.

A capella starteten die quirligen Musiker den Abend mit "Lollipop", wobei der mit Finger und Mund erzeugte und gekonnte "Pop" nicht fehlte. Wem zunächst die Elvis-Schnulze "Are you lonesome tonight" noch nicht "schmierig" genug war, dem setzten die Grandma's Boys noch eins drauf mit "Love me tender". Trotzdem überwogen flotte Stücke wie etwa "Yes Sir, that's my baby" oder "Mr. Sandman".

Daß die Jungs auch solo anspruchsvollen Gesang bieten, bewies unter anderem der waschechte Amerikaner und "Old Boy" Lawrence Guntner mit "Somebody loves me". "Hat es Ihnen gefallen? Wollen Sie noch mehr davon hören?", war die kesse Frage ans Publikum zum Ende des ersten Teils. Die Leute wollten - und bekamen ein flottes Charleston-Medley präsentiert.

"Mein kleiner grüner Kaktus", "Ein Freund, ein guter Freund" und "Wochenend und Sonnenschein": das waren einige der klassischen 2Oer-Jahre-Hits, die unter anderem durch die Comedian Harmonists seinerzeit bekannt wurden. Und auch die Grandma's Boys verstanden es, mit ihrem akzentuierten Gesang und ihrer betont überzogenen Gestik und Mimik zu begeistern.

Mittlerweile fünf Jahre gibt es die Truppe, die von sich selbst sagt: "Wir machen die Musik so, daß es Spaß macht!" Baß-Bariton Ingo Kümmntz hatte vor einigen Jahren während eines USA-Aufenthalts in einer ähnlichen Gruppe mitgesungen und war "mit einem Koffer voller Noten" zu rückgekehrt. Mit der Zeit formierte sich dann die Band aus Studenten, einem Bankangestellten und einem Hochschuldozenten. Und sie müsse "glücklicherweise nicht von der Musik leben."

Claudia Caris